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Long-COVID / Post-COVID: Ihr Hausarzt im Landkreis München informiert


Buchen Sie bei uns einen Termin zu Long-COVID / Post-COVID wenn Sie die unten beschriebenen Gesundheits-Symptome und Beschwerden haben.

Was sind Long-COVID und Post-COVID?

Im Zusammenhang mit einer früheren SARS-CoV-2-Infektion wurden zahlreiche potenzielle langfristige gesundheitliche Folgen beobachtet. Dazu gehören eine Reihe von körperlichen, kognitiven und psychologischen Symptomen, die das tägliche Funktionieren und die Lebensqualität negativ beeinflussen. Die Beeinträchtigungen treten entweder während der akuten Phase der Krankheit auf und bleiben langfristig bestehen oder treten im Laufe der Wochen und Monate nach der Infektion (wieder) auf. Es werden sehr unterschiedliche Symptome berichtet, die allein oder in Kombination auftreten und in ihrer Dauer stark variieren können. Bislang lässt sich kein einheitliches Krankheitsbild abgrenzen. Auch die zugrundeliegenden Mechanismen sind noch nicht geklärt, obwohl dank intensiver Forschung ständig neue Erkenntnisse hinzukommen. So gibt es inzwischen Hinweise, dass chronische Entzündungen und Verschlüsse kleiner Gefäße (Mikrothromben), die Aktivierung des Epstein-Barr-Virus und Autoimmunprozesse an der Entstehung der gesundheitlichen Spätfolgen beteiligt sind. Personen mit langfristigen gesundheitlichen Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion sind in der Regel nicht infektiös – es sei denn, es kommt zu einer neuen akuten Infektion mit dem Virus oder einer der Virusvarianten (Reinfektion).

Der Begriff Long-COVID“ wurde ursprünglich geprägt, um diejenigen zu bezeichnen, die in den sozialen Medien über lang anhaltende gesundheitliche Einschränkungen nach einer SARS-CoV-2-Infektion berichteten. Die bereits Ende 2020 veröffentlichte Leitlinienempfehlung des britischen National Institute for Health and Care Excellence (NICE) definiert „long-COVIDals gesundheitliche Beschwerden, die über die akute Krankheitsphase der SARS-CoV-2-Infektion von 4 Wochen hinaus anhalten oder sogar wiederkehren. Das Post-COVID-Syndrom ist definiert als Beschwerden, die mehr als 12 Wochen nach Beginn der SARS-CoV-2-Infektion anhalten und nicht anders erklärt werden können. Long-COVID“ umfasst also Symptome, die 4 bis 12 Wochen nach Symptombeginn einer akuten COVID-19-Erkrankung anhalten, sowie das „Post-COVID-19-Syndrom“. Die deutsche S1-Leitlinie Post-COVID/Long-COVID der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) nimmt ebenfalls eine zeitliche Unterscheidung in Anlehnung an NICE vor, nennt aber zusätzlich die Verschlechterung von vorbestehenden Grunderkrankungen als weitere mögliche Erscheinungsform von Long-COVID/Post-COVID.

Omikron überstanden, aber nicht wieder fit: Ab wann Sie zum Arzt gehen sollten

Der Test ist negativ, aber die Symptome noch nicht weg? So geht es momentan vielen. Trotzdem müssen Betroffene sich nicht gleich vor Long-Covid fürchten, sagen Ärzte. Manchmal braucht der Körper einfach länger, um mit dem Virus fertig zu werden.

Die Sorge vieler Menschen ist eine andere: Post-Covid. Immer mehr hört man über die Krankheit und ihre manchmal fatalen Folgen. Und doch weiß man noch immer wenig darüber. Wer nach einer mild verlaufenden Erkrankung trotz negativem Test nicht sofort wieder auf die Füße kommt, fragt sich vielleicht: Ist das jetzt normal? Oder habe ich Post-Covid?

Auch Oliver Abbushi, Facharzt für Innere und Allgemeinmedizin in der Nähe von München, rät, starke körperliche Anstrengungen nach einem Infekt zu vermeiden und formuliert es so: „Nicht schwitzen!“ Wer nach zwei Wochen nicht auf die Beine kommt, solle vorsichtshalber zum Arzt gehen, sagt er. „Das ist zur Sicherheit sinnvoll. Der Arzt kann auch abklären, ob es vielleicht eine andere Ursache für die Symptome gibt.“

https://www.focus.de/ gesundheit/ long-COVID-post-COVID

Dr. Oliver Abbushi im Focus Magazin zu Long-COVID / Post-COVID (auf den Beitrag klicken)

Im Oktober 2021 wurde von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach einem wissenschaftlich fundierten Abstimmungsprozess eine vorläufige klinische Falldefinition von Post-COVID-19 veröffentlicht. Nach dieser Definition umfasst der Begriff Post-COVID-19-Zustand gesundheitliche Beschwerden, die über einen längeren Zeitraum (in der Regel drei Monate) nach einer SARS-CoV-2-Infektion anhalten und nicht anders erklärt werden können. Berücksichtigt werden Symptome und gesundheitliche Beeinträchtigungen, die über mindestens zwei Monate anhalten oder wiederkehren und unterschiedlich stark ausgeprägt sind. Da nach derzeitigem Kenntnisstand auch milde oder asymptomatische Verläufe einer SARS-CoV-2-Infektion mit entsprechenden Langzeitfolgen verbunden sein können und insbesondere zu Beginn der Pandemie ein breites Spektrum an Tests nicht zur Verfügung stand, bezieht sich die klinische Falldefinition der WHO sowohl auf Personen mit Labornachweis einer SARS-CoV-2-Infektion als auch auf Personen, bei denen eine Infektion mit dem SARS-CoV-2-Virus aufgrund von Krankheitssymptomen oder auch engem Kontakt mit nachweislich infizierten Personen als wahrscheinlich angesehen werden kann. Die WHO weist ausdrücklich darauf hin, dass es sich hierbei noch um eine vorläufige Falldefinition handelt, die kontinuierlich an neue wissenschaftliche Erkenntnisse angepasst werden muss. Darüber hinaus ist nach Angaben der WHO aufgrund der begrenzten Datenlage noch unklar, inwieweit die vorgestellte Falldefinition auch auf Kinder und Jugendliche anwendbar ist.

In wissenschaftlichen Studien wird zunehmend die Falldefinition der WHO zugrunde gelegt. Der Einfachheit halber verwenden In wissenschaftlichen Studien wird zunehmend die WHO-Falldefinition verwendet. Der Einfachheit halber verwenden wir in diesem Beitrag den Begriff „langfristige gesundheitliche Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion“, da die bisherigen Arbeiten sich nicht immer streng an die Post-COVID-19-Definition halten, die den Zeitraum von 12 Wochen nach der Diagnose oder dem vermuteten Ausbruch der SARS-CoV-2-Infektion berücksichtigt. Darüber hinaus berücksichtigen einige Arbeiten Symptome im Zeitraum zwischen 4 und 12 Wochen nach Beginn der Infektion und parallel dazu über die Grenze von 12 oder mehr Wochen hinaus.

https://www.focus.de/gesundheit/news/spaetfolge-der-rekord-infektionszahlen-omikron-ueberstanden-aber-nicht-wieder-fit-ab-wann-sie-zum-arzt-gehen-sollten_id_92813489.html

Welche Symptome haben Menschen mit gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19?

Eine Liste von Gesundheitssymptomen und Beschwerden, die nach dem derzeitigen Wissensstand die Definitionskriterien für den Zustand nach COVID 19 erfüllen, wurde von der WHO hinterlegt. Darüber hinaus wurde in einem internationalen Delphi-Verfahren von Experten ein „Core Outcome Set“ für Post-COVID vereinbart. Zu den in wissenschaftlichen Studien am häufigsten beobachteten Symptomen, die einzeln oder in Kombination auftreten können, gehören Müdigkeit, Erschöpfung und verminderte Belastbarkeit (so genannte Fatigue), Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme (so genannter „Brain Fog“), Schlafstörungen, Muskelschwäche und Schmerzen, psychische Probleme wie depressive Verstimmungen und Angstsymptome sowie Geruchs- und Geschmacksstörungen (siehe auch Systematic Review). Die Symptome sind mit einer Beeinträchtigung der Lebensqualität (Quelle 1, 2) und Einschränkungen im täglichen Leben verbunden. Bei einigen Personen entwickelt sich infolge einer SARS-CoV-2-Infektion auch ein dem chronischen Müdigkeitssyndrom ähnlicher Symptomenkomplex (myalgische Enzephalomyelitis/chronisches Müdigkeitssyndrom, ME/CFS). Auch die Ursachen von CFS/ME sind bislang unklar; es wird vermutet, dass Immunreaktionen nach Virusinfektionen eine wichtige Rolle spielen. Schwere chronische Beeinträchtigungen der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit und eine deutliche Verschlechterung nach leichter körperlicher Belastung sind charakteristisch für das Krankheitsbild des ME/CFS und führen zu dauerhaften Behinderungen bei der Ausübung von Alltagsfunktionen und zu Einbußen an Lebensqualität und sozialer Teilhabe. Bislang ist unklar, wie groß der Anteil der Betroffenen nach einer SARS-CoV-2-Infektion ist.

Wie häufig sind langfristige gesundheitliche Auswirkungen von COVID-19?
Sind auch Menschen mit leichten Krankheitsverläufen betroffen?

Wie häufig langfristige gesundheitliche Folgen nach einer COVID-19-Erkrankung auftreten, lässt sich noch nicht zuverlässig abschätzen. Je nach Datenbasis, Falldefinition und Studienmethodik (z. B. Dauer der Nachbeobachtung, Anzahl der erfassten Symptome und Gesundheitsprobleme oder Vorhandensein einer Kontrollgruppe) kommen verschiedene Studien zu sehr unterschiedlichen Schätzungen. So zeigt beispielsweise eine Bestandsaufnahme von 23 Übersichtsarbeiten und 102 Originalarbeiten, dass der Anteil der Erwachsenen mit langfristigen gesundheitlichen Folgen einer SARS-CoV-2-Infektion in Studien mit Erwachsenen, die nicht wegen COVID-19 hospitalisiert wurden, stark variierte und zwischen 7,5 % und 41 % lag. Von den Erwachsenen, die wegen einer COVID-19-Erkrankung ins Krankenhaus eingeliefert wurden, erlitten 37,6 % langfristige gesundheitliche Folgen.

Es ist wichtig zu wissen, inwieweit Menschen, die von Long-COVID/Post-COVID betroffen sind, gesundheitlich bedingte Einschränkungen in ihrer alltäglichen Funktions- und Leistungsfähigkeit erfahren. Nur so können Angebote der psychosozialen Unterstützung, der medizinischen Versorgung und der Rehabilitationsmaßnahmen bedarfsgerecht angepasst werden. Die Datenlage hierzu ist noch lückenhaft. Basierend auf einer dreiwöchigen Online-Befragung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR) in einer nicht-repräsentativen Stichprobe von 338 medizinischen Rehabilitationseinrichtungen (das entspricht 31% aller Einrichtungen) im September und Oktober 2021 hatten 7,1% der Rehabilitanden eine Post-COVID-(Zusatz-)Diagnose. Darüber hinaus berichten einige Studien, dass Patienten nach einer COVID-19-Vorerkrankung manchmal wochen- bis monatelang arbeitsunfähig sind – unabhängig davon, ob eine Post-COVID-Erkrankung identifiziert und diagnostiziert wurde. Analysen von ambulanten Versorgungsdaten aus einer repräsentativen Stichprobe von Arztpraxen in Deutschland ergaben, dass 5,8 % der Erwachsenen, bei denen COVID-19 diagnostiziert wurde, nach der Diagnose mindestens vier Wochen lang krankgeschrieben waren. Nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) sind Berufskrankheiten im Zusammenhang mit COVID-19 bereits bei 132.153 Personen anerkannt worden (Stand: 28. Februar 2022). Nach einer SARS-CoV-2-Infektion wird auch über eine häufigere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen aufgrund neuer körperlicher und psychischer Erkrankungen sowie über einen erhöhten Medikamentenbedarf und eine erhöhte Sterblichkeit berichtet (siehe auch systematische Übersicht). Eine umfassende Analyse von GKV-Daten in Deutschland, die als Preprint veröffentlicht wurde, zeigte zudem, dass verschiedene körperliche und psychische Gesundheitsdiagnosen und Symptomkomplexe bei Personen mit einer COVID-19-Vorgeschichte signifikant häufiger dokumentiert wurden als bei Personen ohne nachgewiesene SARS-CoV-2-Infektion. Die Gruppenunterschiede waren sowohl bei Erwachsenen als auch bei Kindern und Jugendlichen statistisch signifikant, wobei die absoluten Häufigkeiten der neu diagnostizierten Erkrankungen bei Erwachsenen häufiger waren. Darüber hinaus ergab eine deutsche Kohortenstudie eine 180-Tage-Sterblichkeitsrate von 30 % und eine Rehospitalisierungsrate von 27 % bei hospitalisierten COVID-19-Patienten.

Ihre Hausarzt-Praxis
Dr. Abbushi

Medien-Beiträge aus der Hausarzt-Praxis Dr. Abbushi in Oberhaching bei München zum Thema Impfen gegen Corona: